OWC begeistert auf der Whiskymesse Tarona

Print Email
Altstadt (Erfurt). Die Auswahl war groß, exklusiv und mitunter auch überraschend. Was den Besuchern in den vergangenen drei Tagen im Kaisersaal geboten wurde, kann durchaus als das Eldorado der Whisky-Freunde bezeichnet werden. An mehr als 30 Ständen wurde zum Probieren eingeladen – mehr als 1200 Whiskys standen zur Auswahl.

Darunter auch die Abfüllungen von Stefan Müller, dem Chef der Osterland-Whisky-Collection. Neben der Destille in Neunspringe hielt der Altenburger die Thüringer Fahne hoch und wurde nicht müde, den Besuchern zu erklären, dass es nicht darauf ankommt, wo der Whisky gebrannt wird, sondern wo er durch eine entsprechende Lagerung erst zum Whisky wird.

Dafür habe er gesorgt. Und zwar in Thüringen – in Altenburg. Und genau genommen ist sein Whisky älter, als jeder, der von den großen Destillen in Umlauf gebracht wird. Denn gebrannt wurde sein Basis-Material bereits 1998 – in . 2004 wurde der Brand nach Altenburg überführt, wo er zwölf Jahre in Edelstahltanks „auf Eis gelegt“ wurde. Erst 2016 begann die eigentliche Prozedur – nachdem die Fässer damit gefüllt wurden.

250 Fässer der unterschiedlichsten Größe und Herkunft lagern seitdem in einem eigens ausgestatteten Gebäude unter perfekten Bedingungen. 2017 wurde erstmals eine Charge abgefüllt. Seitdem sind es in jedem Jahr 500 Liter, die er als unabhängiger Abfüller mit seinem Etikett versieht. Zur Whisky-Messe in Erfurt feierte die Abfüllung aus dem siebten Fass ihre Premiere. Und Stefan Müller konnte die Erfurter damit begeistern.

Dabei ist er in Erfurt keine unbekannte Größe, auch wenn er der Stadt Mitte der 1990er Jahre den Rücken kehrte. Er hat „Whisky-Spuren“ hinterlassen, die heute noch sichtbar sind. 1994 hat er den „Dubliner Pub“ ins Leben gerufen, nach seinen Plänen eingerichtet, eröffnet – und verkauft.

Verkauft wurde auch zur Whisky-Messe reichlich. Wieder ist es dem Initiator gelungen die Besucher auf den Geschmack zu bringen. Die sich übrigens nicht nur mit Whisky begnügen mussten. Stilecht wurde Guinness ausgeschenkt. Auch Gin, Slivovitz und andere hochprozentige Spezialitäten konnten verkostet werden.

Und es gab reichlich Kultur. Tom und Mick Brogan kamen extra aus Dublin, Mirjam Seifert begeisterte auf der Irish Harp, auf handgefertigten Instrumenten vom Instrumentenbauer Burkhard „Buxe“ Kleiner, der Interessierten gern die Besonderheit des 34-saitigen Instrumentes erklärt, das nicht ohne Grund den Irischen Euro ziert.

Noch eine gute Nachricht zum Schluss: Fest steht jetzt schon, dass es im März 2020 eine weitere Auflage der Tarona Whisky-Messe geben wird. Mit vielleicht noch mehr Thüringer Abfüllern..

Quelle: Hartmut Schwarz, Thüringer Allgemeine


Last modified on Mittwoch, 13 März 2019 13:01